Studierende im Hörsaal KOH-B-10

Lehrentwicklung

Die universitäre Lehre steht seit Längerem im Umbruch. Relevante Treiber sind der wissenschaftliche, digitale sowie der gesellschaftliche Wandel ebenso wie die wachsenden globalen Herausforderungen, welche die Erwartungen an Hochschulen und ihre Absolvierenden laufend verändern. 

Insgesamt zeigt sich im globalen Kontext, dass Ziele und Organisation der universitären Lehre offener und vielfältiger werden – ganz nach dem Motto «An open university is an inclusive university» der LERU oder der Vision «Universities without walls» der EUA. Gleichzeitig bleibt zentral, dass die universitäre Lehre an ihren Kernwerten festhält. Dazu zählt ein starker Forschungsbezug ebenso wie die Förderung des interdisziplinären und internationalen Austauschs.

Die UZH gestaltet diesen Veränderungsprozess aktiv mit und lancierte zu diesem Zweck die Initiative «Zukunft der Lehre an der UZH». Sie schafft damit einen strategischen Orientierungsrahmen und setzt Impulse für eine innovative Lehrentwicklung.  

In Anlehnung an internationale Trends und Herausforderungen in der Hochschullehre erkennt die UZH Entwicklungspotenzial in den nachstehenden Feldern. Aktuell werden für alle Handlungsfelder erste Schlüsselmassnahmen definiert. Die Umsetzung sowie der Ausbau der Massnahmen findet fortan laufend und im Zusammenspiel der universitären Gemeinschaft statt.  

Innovationen wertschätzen

Eine innovative Lehrentwicklung stellt die Studierenden ins Zentrum und richtet Curricula konsequent auf Lern- und Qualifikationsziele aus, um die Lernerfahrung sowie den Wissenserwerb und den Kompetenzaufbau möglichst positiv zu beeinflussen. Die UZH nutzt ihr Potenzial einer forschungsstarken Volluniversität mit globaler Ausstrahlung. Sie fördert die Vernetzung, zeigt Wertschätzung für didaktisch innovative Lehr-/Lernformate und schafft Raum für interdisziplinären und internationalen Austausch. 

 

Portrait Thomas Hidber

«Neu umfasst die Universitäre Lehrförderung ULF fünf strategische Linien und schüttet pro Jahr CHF 2 Mio. für innovative Entwicklungsprojekte aus. Überzeugende Vorhaben erhalten eine substanzielle Anschubfinanzierung und können zusätzlich auf didaktische sowie prozedurale, rechtliche und technische Unterstützung zählen.» 

Thomas Hidber, Leiter Studienangebotsentwicklung

 

 

Allianzen bilden

Die UZH stärkt ihre Position und Sichtbarkeit im europäischen Hochschulraum und ermöglicht ihren eigenen Studierenden vielfältige und neuartige Internationalisierungserfahrungen in Zürich und an den Partnerinstitutionen. Sie erhöht ihre Attraktivität für engagierte internationale Studierende, baut ihre Kooperation in der Entwicklung und in der Durchführung interinstitutioneller Studienangebote aus und erhält ein Experimentierfeld für die Umsetzung zukunftsweisender und innovativer Lehr-/Lernformate. 

 

Portrait Gabriele Siegert

«Seit dem 9. Mai 2022 ist die UZH Mitglied der europäischen Hochschulallianz Una Europa. Als Direktorin im Excecutive Board von Una Europa freue ich mich sehr darauf, die Interessen der UZH in diesem einzigartigen Netzwerk zu vertreten. Ich bin überzeugt, dass die neu entstehenden Kooperationen nicht nur unsere Forschung, sondern auch unsere Lehre bereichern werden.» 

Gabriele Siegert, Prorektorin Lehre und Studium

 

 

Brücken bauen

Als international renommierte Forschungsuniversität mit starken lokalen Wurzeln im Kanton Zürich engagiert sich die UZH für ein qualitativ hochwertiges und flexibel zugängliches Angebot für lebenslanges Lernen und steht in permanentem Dialog mit der Gesellschaft. Mit einer noch stärkeren Öffnung für untypische Zielgruppen und gezielten Outreach-Aktivitäten will die UZH ihren Beitrag zur öffentlichen Bildung leisten. Sie eröffnet der Bevölkerung dadurch stetige Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeit vor dem Hintergrund des sich wandelnden Arbeitsmarktes und der gesellschaftlichen Veränderungen. 

 

Portrait Alexandra Müller

«Die Angebotserweiterung um zertifizierte Lerneinheiten (sog. Micro-Credentials) gilt als zentrales Zukunftsinstrument im Bereich lebenslanges Lernen. Der Beitritt zu Una Europa bietet eine Chance, um im Rahmen der Allianz zu erproben, wie unsere Hochschule qualitätsgesicherte, kuratierte Micro-Credentials anbieten und zertifizieren kann.» 

Alexandra Müller, Leiterin Center for Lifelong Learning

 

 

Digitalisierungslücken schliessen

Die UZH setzt sich dafür ein, dass die Qualität digitaler Services für Studierende, Dozierende und die Studien-/Lehradministration insgesamt schnell und nachhaltig verbessert wird. Um bestehende Digitalisierungslücken im administrativen Lehr- und Studienbetrieb zu schliessen, wird dort, wo heterogene Lösungen zwischen den Fakultäten fachlich nicht zwingend sind, behutsam harmonisiert.

 

Portrait Monica Kalt

«Eine wichtige Grundvoraussetzung für tragfähige digitale Services in Lehre und Studium sind nachvollziehbare Prozesse sowie klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten. Das in diesem Jahr durchgeführte Projekt Digitalisierungs-Governance Lehre & Studium, ermöglicht ein effizientes und effektives Zusammenarbeiten aller Stakeholder in diesem Feld und trägt letztlich dazu bei, dass digitale Anwendungen für Studierende und Lehrende intuitiver zu bedienen sind.»

Monica Kalt, Leiterin Process Owner E-ducation

 

 

Orte der Begegnung gestalten

Die Erfahrungen aus dem Pandemiebetrieb der letzten Jahre schärfen den Blick für die Frage, in welchem didaktischen und räumlichen Setting Lehren und Lernen künftig stattfinden soll. Im virtuellen Raum entscheidet insbesondere eine moderne technische Infrastruktur über erfolgreiche Begegnungen. Auf dem Campus sind die Anforderungen und die Bedürfnisse viel heterogener. Die UZH will sich für künftige Entwicklungen möglichst viele Freiheitsgrade bewahren. Die anstehenden grossen Instandsetzungsprojekte und Neubauten eröffnen neue räumliche Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei ist zentral, die langfristigen Planungshorizonte von Bau- und Entwicklungsvorhaben mit den gegenwärtigen Herausforderungen und Bedürfnissen in Einklang zu bringen.  

 

 

Portrait Balthasar Eugster

«Gegenwärtig arbeiten wir an rasch realisierbaren Pilotprojekten. Zum einen richten wir ausgewählte Hybrid-Hörsäle ein und zum anderen entstehen an verschiedenen Standorten zukunftsweisende Lernumgebungen für Studierende. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen als planerische Grundlage für grosse Bauvorhaben mit längerem Zeithorizont.» 

Balthasar Eugster, Leiter Curriculumentwicklung